20 Meter tief tauchen – Apnoe – Freediving – Dive4Life Bonn Siegburg

In diesem Blog Artikel schreibe ich über meine Erfahrungen über das Apnoe tauchen und das erste mal 20 Meter tief tauchen im Dive4Life Tauchturm in Bonn Siegburg. Ohne ein gewisses Training und vor allem Erfahrung können größere Tauchtiefen sehr schnell gefährlich werden. Wer einen Einstieg in das Apnoe tauchen sucht, dem empfehle ich folgendes Buch, der ideale Einstieg in diesen tollen Sport.


Das erste mal 20 Meter tief tauchen

Ende 2018 war es soweit, organisiert über meinen Mannheimer Freediving Club in dem ich regelmäßig trainiere, trafen wir uns morgens um 9:30 Uhr im Dive4Life Tauchturm in Bonn Siegburg (https://dive4life.de).

Meine (ebenfalls Harpunenbegeisterten) Bekannten Arek& Wladek warteten bereits im Eingangsbereich. Wladek hatte einen Monat vorher die Karten online gebucht, Samstag von 10:00-12:00 für 31€. Kurz vor 10:00 öffneten sich die Pforten.

Wir hatten vorher schon beobachtetet wie wahre Karavanen an Flaschentauchern nicht endende Boxen an Materialien Richtung Eingang schleppten. Egal, wir tauchen mit „leichtem Gepäck“. Schnell an der Kasse unser Brevet eingereicht
(ist glaube ich Pflicht, mein Pool/Freediving Brevet war hier ausreichend). Direkt im Eingangsbereich gab es kostenfreie Spinde, wo wir uns so schnell wie möglich umzogen. Wladek und ich waren schließlich die Ersten im Wasser, Flaschentaucher brauchen dann doch länger.


Die Vorbereitung

Wir schwommen straight zur Boje welche von der Oberfläche bis in 20m Tiefe reicht und reservierten diese ganz nach Deutsch/Polnischer Manier, wie sich später rausstellte die Beste Idee. Arek und seine Frau stießen bald hinzu und wir tauchten uns erstmal gemütlich auf 10m ein, Tarierung abstimmen, passt alles?! Nach den ersten 15 Minuten eintauchen nun der erste Versuch: 20 Meter. Ich war bereits sehr oft auf 15m+ getaucht, auch 19m im See (mit absoluter Schwärze am Boden) hatte ich schon erreicht (mein PB bis dahin), aber 20 war mir neu. Lag es daran, dass ich bisher eher in Küstengebieten unterwegs war, welche die 20 nicht hergaben oder beim harpunieren ich der erfahrene Buddy war und es nicht riskieren wollte mit einem Anfänger auf 20 Meter zu gehen. Der Respekt war da. Ich dachte mir, egal du bist hier mit Profis, im Moment im sehr guten Trainingszustand, das Wasser ist glasklar und warm, bessere Bedingungen wirst du nicht kriegen.

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Tieftauchen

Ich legte mich an die Oberfläche, 1 Hand an die Boje und begann mit der Atmung, tief in den Bauch exhale/inhale 3/1, ein finales Ausatmen um jedes Quentchen an verbrauchter Luft aus meiner Lunge zu kriegen, erst Bauch, dann Lunge und schließlich die oberen Atemwege. Ein tiefes Einatmen, erst den Bauch füllen, dann die Lunge und schließlich die oberen Atemwege. Mit einem Zug am Seil ging es nach unten. Kopf leicht auf die Brust, Beine im Flossenschlag gerade machen, ruhig bleiben und abtauchen. Druckausgleich so schnell und oft wie nötig und möglich. Die Wände glitten an mir vorbei, es wurde dunkler. Ich erreichte die Bodenplatte und war überrascht wie leicht es mir viel. Wladek lag unten auf dem Boden und empfing mich freundlich. Kurz den Boden genossen und dann langsam auftauchen. Oben angekommen waren aufjedenfall noch Reserven da. Im OK! Freude überkam mich, hatte ich meinen PB (Personal Best) doch um 1 Meter erhöht.

Dive4Life

Im weiteren Verlauf erreichten immer mehr Taucher den Turm.  Richtung Ende waren ca 30 Taucher im Wasser, welche das Wasser mit ihren Luftblasen doch sehr unruhig machten. Eine Horde französischer Freitaucher erreichte ebenfalls das Becken und befestigte 3 Meter neben unserer Boje ihre Boje. Resultat war, dass man beim Entspannen an der Oberfläche immer wieder Flossenkicks in alle Körperregionen bekam. Beim abtauchen musste man aufpassen, dass man sich nicht in einem unaufmerksamen Flaschentaucher verhedderte.

Trotzdem absolvierten wir noch viele 20m Dives mit Bodenzeiten und hatten viel Spaß dabei. Ich erhöhte mein Blei auf 3,7 Kilogramm (bei einem 5 mm Anzug). Damit lag meine Tarierung bei 10 Meter bei +- 0 und ich konnte das wahnsinnige Gefühl genießen, die letzten 10 Meter in die Tiefe gezogen zu werden.


Tauchphysiologie

Was mir beim Tauchen auffiel und erst in einem späteren Gespräch richtig bewusst wurde: Die ersten Kontraktionen kamen relativ früh, ca bei 10 Metern, hörten dann aber sehr schnell auf. Auf dem Grund angelangt, fühlte man sich großartig, als könne man noch weitere 10 Meter tauchen. Ich kannte die Physiologie dahinter zwar, in dem Moment war sie mir aber nicht bewußt, was die Situation gefährlich hätte machen können. Der Sauerstoff wird durch den hohen Druck am Grund im Blut gelöst und gaukelt dem Körper eine Top O2 Versorgung vor. Sobald man allerdings wieder auftaucht, nimmt der Druck wieder ab. Die Lunge dehnt sich aus und der gelöste Sauerstoff löst sich wieder aus dem Blut und in die Lunge. Hat man nun wiederum zuviel Zeit tief unten verbracht und es wurde zuviel Sauerstoff verbraucht, kann der Körper unter die kritische Grenze an Sauerstoff fallen, ein Flachwasser Blackout droht.

Wie bereits gesagt, kannte ich diesen Mechanismus zwar, dieser wurde mir aber erst im Nachhinein bewußt, das genau dies passiert war, als ab 10 Metern das Gefühl einsetzte, Wow, ist ja alles gar kein Problem. Nächstesmal werde ich viel bewußter mit diesem Gefühl und dem Wissen dahinter umgehen.


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