Zusammenhang Neoprenanzug Dicke & Auftrieb – Apnoe Tauchen|Speerfischen

Der Grund, warum wir Taucherbleie beim Freediving (Apnoe tauchen) und Speerfischen tragen liegt darin, dass wir den zusätzlichen Auftrieb, welcher durch die Dicke unseres Neoprenanzug entsteht, kompensieren müssen.

Je kälter das Wasser ist, umso dicker muss ein Neoprenanzug sein um den Wärmeverlust zu minimieren. Je mehr Neopren, desto mehr Gewicht müssen wir gegen den Auftrieb tragen.

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Auftriebsverhalten und Neoprendicke

Der Focus dieses Blogs liegt dadrin, wie sich das Auftriebsverhalten eines Neopren Tauchanzugs verändert. Je höher der Druck mit steigender Tiefe ansteigt, desto mehr wird der Anzug (die im Neopren enthaltenen Luftblasen) zusammengedrückt. Die Wärmeisolationsfähigkeit sinkt, ebenso wie der Autrieb. Kurz gesagt, je tiefer man kommt desto geringer ist der Auftrieb des Anzugs. Je dicker der Anzug ist (7-9mm) desto mehr fällt dieser Effekt auf. Mit einem 9mm Anzug benötigt man bei einer neutralen Tarierung bei ca 10m mindestens 7-8 kg Blei. Ist der Anzug dünner (5mm) benötigt man wiederum nurnoch 4-5 kg Blei.

Hat man einen Anzug für warmes Wasser (um die 3 mm) so reichen oft 2-3 kg Taucherblei um auf eine neutrale Tarierung zu kommen. Dies ist natürlich immer abhängig vom Körpergewicht und besonders vom Körperfettanteil und der Größe. Und hier kommt der kritische Punkt. Je tiefer wir kommen, desto geringer wird der Auftrieb, je dicker der Anzug desto abrupter kommt der Effekt, das aus einem positiven Autrieb ein negativer wird. Sprich je tiefer man kommt desto schneller sinkt man. Dieser Freefall wird nur erfahrenen Apnoetauchern und Spearfishern empfohlen, da dieser erst ab einer großeren Tiefe losgeht. Der Unterschied in Metern zwischen einem positiven und einem negativen Auftrieb ist in einem dickeren Anzug sehr gering. Dieser Unterschied ist das gefährliche, bedeutet er doch, sicher mit Auftrieb zu seien gegenüber vollkommen überbleit. Mit einem 9mm Anzug kommt man wesentlich schneller in den Freefall als mit einem dünnen 3mm Anzug. Der Grund hierfür findet ihr im folgenden Gesetz.

Boyle Mariotte GesetzTauchen und Auftrieb

An der Oberfläche hat der Anzug aufgrund seiner Dicke einen hohen Auftrieb. Diesen versuchen wir damit auszugleichen, dass wir viel Blei nutzen, damit es überhaupt möglich ist die ersten 5 Meter abzutauchen. Wird der Auftrieb aber geringer, ist natürlich auch mehr Blei da, welches einen nach unten zieht. Boyle Mariottes Gesetz besagt, dass ein Gas aufgrund seiner Komprimierbarkeit sein Volumen bei steigendem Druck verringert. Einfach gesagt, auf 10 Meter Tiefe besitzt ein Gas nur noch die Hälfte seines Volumens, da der Umgebungsdruck sich verdoppelt (alle 10 Meter um ein Bar). Wenn das Gas nun nur noch die Hälfte des Volumens besitzt, besitzt es auch nur noch die Hälfte seines Auftriebs. Das Blei und damit die nach unten ziehende Kraft bleibt allerdings gleich schwer.

Dünner Anzug = weniger Volumenverlust, da weniger Anzugvolumen = weniger Auftriebsverlust und weniger benötigtes Blei. Dies führt zu einem langsamerem Wechsel zwischen positiven und negativem Auftrieb.

Dicker Anzug = mehr Volumenverlust weil mehr Anzugvolumen = mehr Auftriebsverlust und wesentlich mehr benötigtes Blei. Dies führt zu einem schnellerem Wechsel zwischen positiven und negativem Auftrieb.

Fazit – Sicherheit und Anzugdicke

Die Moral von der Geschichte? Seit sehr wachsam und konservativ, wenn es darum geht, mit dicken Anzügen tief zu tauchen. Eure Auftriebskontrolle wird wesentlich mehr beeinflusst als ihr denkt.

Jetzt bleibt mir nur noch eins zu wünschen: taucht sicher und mit Freude! Wir sehen uns Unterwasser.

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Die Schönheit des Tauchens

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