Ernährung beim Tauchen – Taucherdiurese – Physiologie

In diesem Artikel geht es um die richtige Ernährung vor dem Tauchen, die Taucherdiurese und deren Physiologie, welche mit der Anatomie des Körpers zusammenhängt.

Ernährung vor dem Tauchen

Es gibt nicht umsonst die Regel für Kinder nicht unmittelbar nach dem Essen in das Wasser zu gehen. Dies hängt mit dem Aufbau des menschlichen Nervensystems zusammen. Es wird von zwei gegensätzlichen (Antagonisten) Spielern gesteuert. Dem sogenannten Sympathikus und dem Parasympathikus. Der Sympathikus stellt den Körper auf Stress und Leistunssituationen ein, die Verdauung wird zurück gefahren, die Herzfrequenz steigt und die Muskeln werden besser durchblutet.

Im Gegensatz dazu aktiviert der Parasympathikus die sogenannten „Rest & Digest“ Funktionen des Körpers. Jeder kennt es, dass nach einem ausgiebigem Essen sich alles träge anfühlt. Hormone und das Blut welches zur Verdauung benötigt werden machen müde und fehlen an anderer Stelle. Greifen Sie deshalb vor Tauchgängen/ Freediving/ Spearfishing deshalb eher auf Kohlenhydratreiche und leicht verdauliche Nahrung zurück. Sie liefern dem Körper wesentlich schneller die benötigte Energie als Fette und schwer verdauliche Kost. Auch auf Alkohol sollte vor dem Tauchgang verzichtet werden, da unter Alkoholeinfluss das Tauchen schnell gefährlich werden kann.

Allgemein kann man empfehlen, zwischen 30- 90 Minuten vor dem Tauchgang nichts mehr zu essen.

Krämpfe

Krämpfe der Muskulatur  sind Ausdruck von Elektrolytmangel (Salze) und oder Dehydration. Ist der Körper leicht dehydriert lässt sich dem Ganzen gut mit verdünnten Obstsäften entgegenwirken, enthalten diese auch Elektrolyte welche auch Krämpfen entgegenwirken (dazu unten mehr). Magnesium und Kalzium sind für den Körper essentielle Salze um einen gut funktionierendem Muskel zu erhalten. Magnesium und Calzium kann in Form von billigen Brausetabletten (erhältlich für 1€ in jeder Drogerie und Supermarkt) aufgenommen werden. Einfach ein Glas Brause mehrere Stunden vor dem Tauchen oder Sport hilft wirksam gegen Krämpfe.


Physiologie – Taucherdiurese

Die Anatomie und Physiologie des menschlichen Körpers verursacht ein bekanntes Problem: sobald wir im Wasser sind setzt ein erhöhter Harndrang ein und wir müssen pinkeln. Nicht umsonst verzichte ich stehts auf einen geliehenen Tauch und Surf Neoprenanzug. Ich möchte euch mit ein wenig Taschenbuchphysiologie erklären woran dies liegt, ohne zu tief in die Lehrbücher zu greifen. Die sogennante Taucherdiurese (die erhöhte Urin Produktion während des Tauchens), wird dadurch hervorgerufen, dass sich im Vorhof des Herzens Messfühler befinden, welche die Dehnung jenes messen. Befinden wir uns im Wasser drückt die horizontale Lage und der hydrostatische Druck auf den Körper (siehe Bild). Da sich aufgrund der Schwerkraft normalerweise viel Blut in den Beinen befindet, drückt dieses nun durch diese beiden Faktoren  zusätzlich auf den Herzvorhof. Ein weiterer Faktor bildet die Gefäßkonstriktion, durch die Kälte des Wassers ziehen sich die Gefäße des Körpers zusammen und sorgen so ebenfalls wieder für einen erhöhten Druck bei gleichbleibendem Volumen in den Gefäßen (das sogenannte intravasale Volumen).

Die Rezeptoren melden eine erhöhte Blutmenge, welche normalerweise durch viel aufgenommene Flüssigkeit (alias trinken) aufgenommen wird. Dies signalisiert der Niere über verschiedene Hormone (Botenstoffe), Wasser, in Form von Urin, auszuscheiden. Trinken Sie vor und auch nach dem Tauchgang eine ausreichende Menge (verdünnte Obstsäfte enthalten zusätzlich Elektrolyte und sind somit optimal), um dem Körper ausreichend Flüssigkeit zurückzugeben.

Auch sollte vor dem Tauchen der Genuss von Kaffee oder schwarzem Tee vermieden werden, da diese ebenfalls diuretisch wirken und gleichsam die Herzfrequenz erhöhen.

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